Das beschriebene Phänomen passt exakt auf den Perlpilz (Amanita rubescens).
In der Slowakei (wie auch in vielen Teilen Mitteleuropas) meiden viele Gelegenheits-Sammler den Perlpilz aus großer Angst, ihn für ungenießbar oder giftig zu halten – und lassen ihn deshalb im Wald stehen, was Kenner als reine Verschwendung betrachten:
- Warum die Angst? Er gehört zur Gattung der Wulstlinge (Amanita) – also zur selben Familie wie der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz und der Pantherpilz. Eine Verwechslung mit dem Pantherpilz ist der Hauptgrund für die Vorsicht.
- Warum er hervorragend ist: Wer sich gut auskennt, schätzt den Perlpilz als hervorragenden Speisepilz mit festem Fleisch und sehr feinem, nussigem Aroma.
Was den Perlpilz auszeichnet und wie Kenner ihn bestimmen:
- Rötung (Das Hauptmerkmal): An Fraßstellen von Schnecken, Madengängen oder Schnittflächen läuft das Fleisch langsam rötlich bis perlmuttrosa an (daher der Name). Seine giftigen Verwandten wie der Pantherpilz bleiben an Schnittstellen stets rein weiß.
- Der Stielring: Sein Manschetten-Ring am Stiel ist deutlich längs gestreift (Riefung).
- Wichtig bei der Zubereitung: Roh ist der Perlpilz durch enthaltene Hämolysine (blutzersetzende Stoffe) tatsächlich giftig. Durch Erhitzen (mindestens 15–20 Minuten kochen oder braten) werden diese Giftstoffe jedoch vollständig zerstört, und er wird zu einer Delikatesse.
Eine weitere Möglichkeit, auf die der Satz zutrifft, ist der Flockenstielige Hexenröhrling (Neoboletus luridiformis). Auch dieser wird wegen seiner tiefblauen Verfärbung beim Schneiden und der roten Farbe oft fälschlicherweise im Wald stehen gelassen, obwohl er kulinarisch sogar den Steinpilz übertreffen kann.