Kirschen unter dem Mikroskop: Eine sommerliche Delikatesse mit giftigen Substanzen

Diese Überschrift klingt wie eine alarmierende Warnung und weckt sofort Besorgnis. Kirschen sind ein Symbol des Sommers, doch sie werden tatsächlich mit gewissen „giftigen“ Eigenschaften in Verbindung gebracht. Daher ist es wichtig, die Fakten zu klären – ohne unnötige Panik, aber mit Respekt vor den Fakten.

Hier sind drei wichtige Aspekte zur Giftigkeit von Kirschen:

Blausäure in den Kernen
Dies ist der häufigste Irrtum. Kirschkerne enthalten Amygdalin.

Tatsächlich ist Folgendes der Fall: Beim Abbau von Amygdalin (z. B. während der Verdauung) wird hochgiftige Blausäure freigesetzt.

Risiko: Verschluckt man versehentlich ein paar ganze Kerne, passiert nichts – der Körper scheidet sie unverdaut aus. Die Gefahr besteht erst beim Kauen oder Zerdrücken einer größeren Anzahl von Kernen (etwa 5 bis 10 oder mehr, abhängig vom Körpergewicht). So können Sie Kirschlimonade unbesorgt genießen, aber schlucken Sie die Kerne nicht wie Pillen.

Pestizidrückstände
Kirschen gehören zu den Früchten, die anfällig für Schädlinge (Kirschbohrer) und Schimmel sind und daher regelmäßig gespritzt werden müssen.

Problem: Werden die Schutzintervalle nicht eingehalten, können Pestizidrückstände auf der Schale zurückbleiben.

Lösung: Waschen Sie Kirschen immer gründlich mit lauwarmem Wasser. Am besten wählen Sie Früchte aus dem eigenen Garten oder von zertifizierten Bio-Erzeugern aus der Region, wo die chemische Belastung minimal oder gar nicht vorhanden ist.

„Würmer“ – sind sie giftig?

Die weißen Larven des Kirschbohrers in Kirschen wirken auf viele Menschen abstoßend, sind aber nicht giftig.

Fakt: Der Verzehr der „Wurm“-Larve in einer Kirsche ist unbedenklich. Er dient eher der Abschreckung. Um die Maden loszuwerden, weichen Sie die Kirschen einfach 15–30 Minuten in kaltem Wasser mit etwas Essig oder Salz ein – die Maden schwimmen dann von selbst heraus.

Der Mythos vom Kirschbrand

Sie haben sicher schon einmal gehört: „Trinken Sie kein Wasser zu Kirschen, sonst bekommen Sie Bauchschmerzen!“

Es geht nicht um Giftstoffe, sondern um Gärung. Kirschen sind zuckerreich, und ihre Schale enthält von Natur aus Hefe. Wenn Sie sie mit viel Wasser trinken, verdünnen Sie die Magensäure, die die Hefe sonst abtöten würde. Dies kann zu starker Gärung im Magen, Blähungen und Krämpfen führen.

Haben Sie an diese Stoffe gedacht oder wurden Sie durch Nachrichten über Boden- oder Luftverschmutzung auf dieses Problem aufmerksam gemacht?

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