In der Werbung wird Gassparen in der Küche meist auf den Kauf modernerer Geräte reduziert. Tatsächlich wird Gas in der Küche jedoch oft verschwenderisch genutzt – aufgrund alter Gewohnheiten und physikalischer Gesetze, die wir ignorieren.
Hier sind Tricks, mit denen Sie nicht auf kaltes Essen verzichten müssen, aber Ihren Energieverbrauch deutlich senken.
- Blaue Flamme – ein Trugschluss
Viele denken, solange die Flamme blau brennt, ist alles in Ordnung.
Was Ihnen verschwiegen wird: Sind die Brennerlöcher auch nur leicht mit Fett verstopft (was in der Küche fast immer der Fall ist), wird die Luftzufuhr eingeschränkt. Das Gas verbrennt ineffizient.
Günstige Lösung: Spülen Sie die abnehmbaren Brennerköpfe einmal im Monat in heißem Essigwasser ab und reinigen Sie die Löcher mit einem Zahnstocher. Ein sauberer Brenner liefert bis zu 10 % mehr Wärme bei gleichem Gasverbrauch.
- Topfgeometrie: Der größte Kochfehler
Im Gegensatz zu Induktion erhitzt Gas nicht nur den Boden, sondern auch die umgebende Luft.
Die goldene Regel: Die Flamme darf niemals die Topfwände berühren und nicht an den Rand lecken. Reicht die Flamme über den Boden hinaus, wird die Küche und nicht die Suppe erhitzt. Der Wärmeverlust beträgt dann bis zu 40 %.
Tipp: Verwenden Sie auf kleineren Brennern etwas breitere Töpfe. Der breite Boden fängt mehr der aufsteigenden Hitze auf, die sonst an den Seiten entweichen würde.
- Restfeuchtigkeit nutzen (Deckeltrick)
Kochen ohne Deckel verdreifacht den Gasverbrauch. Das wissen Sie sicher. Was Ihnen aber niemand sagt, ist der Effekt von Salz.
Physikalischer Trick: Salzen Sie das Wasser erst, wenn es kocht. Salzwasser hat einen höheren Siedepunkt, wodurch das Gas länger brennen muss, bis das Wasser kocht.
Gas frühzeitig abstellen: Bei Nudeln oder Kartoffeln den Gasherd 2–3 Minuten vor Ende der Garzeit abstellen. Unter einem gut schließenden Deckel garen sie im heißen Wasser von selbst, ganz ohne zusätzlichen Gasverbrauch.
📊 Wo geht das Geld verloren? (Effizienzvergleich)
Aktivität Energieverlust Lösung
Zu starke Flamme 30–50 % Gas so weit reduzieren, dass es nur noch unter dem Topfboden brennt.
Kochen ohne Deckel 60–70 % Immer einen Deckel verwenden (auch für Tee).
Verstopfte Brenner 5–15 % Regelmäßig mit Essig reinigen.
Zu viel Wasser 20 % Nur die nötige Wassermenge verwenden.
💡 „Unsichtbarer“ Energiefresser: Gasherd
Wenn Sie einen Gasherd besitzen, ist das Öffnen während des Kochens der größte Energiefresser. Jedes Mal, wenn Sie ihn öffnen, sinkt die Temperatur um 20–30 °C. Der Gasbrenner muss dann einige Minuten lang mit voller Leistung laufen, um den Temperaturverlust auszugleichen.
Experten-Tipp: Kontrollieren Sie Ihr Essen durch die Glasscheibe (vorher putzen!) und schalten Sie das Licht ein. Öffnen Sie die Scheibe nur, wenn es unbedingt nötig ist.
🏠 Geheimtipp: Belüftung
Es mag paradox klingen, aber beim Kochen mit Gas entsteht viel Wasserdampf. Feuchte Luft lässt sich viel schwerer erhitzen als trockene.
Tipp: Schalten Sie die Dunstabzugshaube ein oder lüften Sie kurz. So wird die Feuchtigkeit reduziert und das Gas im Backofen oder auf dem Herd erhitzt Luft und Speisen effizienter.
Wussten Sie schon? Wasser für Tee in einem Gaskocher zu erhitzen dauert länger und ist teurer als in einem elektrischen. Gas eignet sich hervorragend zum Kochen (Reaktion auf Temperaturänderungen), aber zum Erhitzen von Wasser selbst ist Strom im kleinen Maßstab effizienter.
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